Immer wieder werden bestimmte Lebensmittel als Wundermittel gegen Krankheiten deklariert. Ein Begriff, der mit Sicherheit vielen bekannt ist und seit Jahren immer wieder im Trend ist, ist folgender: Superfoods. Was genau die Bedeutung dieses Begriffes ist, welche Nahrungsmittel darunterfallen und ob diese Menschen mit Diabetes unterstützen können, wollen wir Ihnen in diesem Blogbeitrag genauer zeigen.
Eine wissenschaftliche festgelegte Definition oder genaue Regularien dafür, was ein Superfood ausmacht, gibt es bisher noch nicht. Im Allgemeinen versteht man darunter jedoch zumeist Lebensmittel, die reich an bestimmten Inhaltsstoffen sind und denen dadurch überdurchschnittlich gesunde Eigenschaften zugeschrieben werden. Demnach sollen Superfoods viele Vitamine, Ballaststoffe, Antioxidantien oder auch Mineralien besitzen und bspw. das Abwehrsystem stärken, entzündungshemmend wirken, oder den Körper entgiften.
Während es sich bei dem Begriff Superfoods um ein reines Marketingwort handelt, gibt es dennoch rechtliche Grenzen für viele exotische Lebensmittel. Grund dafür ist eine Verordnung der EU, die alle Lebensmittel betrifft, die vor 1997 noch nicht regelmäßig auf unserem Teller landeten. Jahrelange, strenge Sicherheits- und Zulassungsmaßnahmen haben es ermöglicht, dass beispielsweise Chiasamen, Algenextrakte oder Insektenproteine legal verkauft werden dürfen. Die gehypten Superfoods haben also nicht nur ein gutes Marketing-Image, sie stehen zusätzlich unter strenger behördlicher Beobachtung. Für heimische Superfoods ist dieser Ablauf nicht notwendig, da sie bereits seit langer Zeit Teil unseres traditionellen Speiseplans sind.
Niedriger GI (Glykämischer Index): verhindert schnelle Blutzuckerspitzen nach dem Essen
Lösliche Ballaststoffe: verlangsamen Glukoseaufnahme, verbessern Insulinsensitivität
Antioxidantien: schützen Gefäße und Zellen vor diabetischen Folgeschäden
Omega-3-Fettsäuren: wirken entzündungshemmend, schützen das Herz-Kreislauf-System
Die meisten dieser sogenannten Superfoods stammen meist aus fernen Ländern und werden oft gemahlen oder getrocknet angeboten. Sie lassen sich dann bestens in Joghurt oder Müsli untermischen. Einige der Superfoods können jedoch auch bspw. als Tee oder Saft konsumiert werden. Durch teils unterschiedliche Gegebenheiten und Richtlinien in den Anbauländern besteht die Möglichkeit, dass die Lebensmittel belastet sind, z. B. mit Schwermetallen, Pestiziden oder Bakterien. Auch der lange Transport nach Deutschland ist nicht ideal, weil die Produkte dafür oft unreif geerntet werden und haltbar gemacht werden müssen. Dadurch gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Und nicht nur der Transport ist belastend für die Umwelt, auch die Herstellung selbst ist häufig ein Faktor, da der Anbau oft viel Wasser benötigt und Wälder gerodet werden, um viel Platz zu schaffen. Diese Aspekte sollten im Hinterkopf bleiben, wenn man über den Konsum der Superfoods nachdenkt.
Es kann sich lohnen, auf heimische und regionale Produkte zurückzugreifen und Superfoods nur gelegentlich mit in den Ernährungsplan aufzunehmen. Denn auch wenn viele Menschen von dem Gesundheitstrend schwärmen, sind diese Lebensmittel nicht risikofrei, wenn man sich nicht gut genug auskennt. Heimische Produkte können genauso gesund sein – teilweise sogar gesünder – und sind oft auch günstiger oder können im eigenen Garten angebaut werden. Damit können sie auf eine gesunde Ernährung achten und gleichzeitig den Geldbeutel schonen.
Eine Auswahl an heimischen „Superfoods“:
Für Menschen mit Diabetes klingt das Versprechen verlockend: ein Lebensmittel, das den Blutzucker reguliert, Entzündungen hemmt und gleichzeitig noch gut schmeckt.
Die Wahrheit ist, dass keines dieser Superfoods als Heilmittel anzusehen oder gleichzusetzen mit einer medizinisch abgestimmten Therapie oder Medikation ist. Es gibt zu vielen Lebensmitteln kaum bis gar keine wissenschaftlichen Nachweise, dass sie die Versprechen einhalten, die Ernährungsmarketing macht.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die sogenannten Superfoods nutzlos sind. Auch wenn sie eine Erkrankung nicht heilen können, sind sie dennoch gesund und haben ihre Daseinsberechtigung im Ernährungsplan – in ausgewogenen Mengen – man sollte lediglich vermeiden, sie auf ein symbolisches Podest zu stellen. Was wirklich hilft: Das Muster, nicht das Einzelprodukt.