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Heuschnupfen bei Diabetes

Geschrieben von Profil | 08.04.2026 10:48:07

Im April ist die Pollensaison bereits in vollem Gange – und damit auch die Zeit des Heuschnupfens. Neben den typischen Symptomen wie Niesen, tränenden Augen oder Müdigkeit kann sich auch der Blutzucker anders verhalten als gewohnt.

Wie beeinflusst Heuschnupfen den Blutzucker?

Ähnlich wie bei einer Erkältung kann Heuschnupfen Stress für den Körper bedeuten. Der Körper schüttet dann Stresshormone wie Cortisol aus, die die Wirkung von Insulin hemmen und gleichzeitig aber auch die Glukoseproduktion fördern. Dadurch kann der Blutzucker vorübergehend ansteigen und die Insulinwirkung abgeschwächt sein. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Diabetes Typ 2 kann sich eine solche Belastung ungünstig auf den Stoffwechsel auswirken und bestehende Risiken verstärken. 

In der Pollenzeit sollten Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker häufiger im Auge behalten. Wer ein CGM nutzt, dem ist eine nahezu durchgängige Kontrolle möglich und mit einem zusätzlichen Blick auf die Messwerte können Veränderungen frühzeitig erkannt werden. Durch die anhaltend höheren Glukosewerte und mögliche Blutzuckerschwankungen kann ein veränderter Insulinbedarf bestehen. Eine Anpassung der Therapie sollte jedoch im Voraus unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Medikamente und Alltag

Viele Medikamente zur Behandlung von Heuschnupfen, wie Antihistaminika oder Cortison-Nasensprays, sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Antihistaminika haben in der Regel keinen Einfluss auf den Blutzucker. Lokal angewendetes Cortison (z. B. Nasensprays oder Augentropfen) wirkt meist nur gering systemisch und beeinflusst den Blutzucker normalerweise nicht. Anders kann es bei Cortison in Tablettenform sein, das den Blutzucker erhöhen kann. Eine Beratung vor Ort ist daher sinnvoll. 

Damit der Körper sich erholen kann, sind Duschen am Abend hilfreich. Auch pollenbehaftete Kleidung sollte nach Möglichkeit nicht im Schlafzimmer abgelegt werden. Langfristig und z. B. bei starker Allergie kann über eine Hypersensibilisierung nachgedacht werden, eine Immuntherapie, die über einen längeren Zeitraum mit langsam steigender Menge des Allergens durchgeführt wird, um den Körper daran zu gewöhnen.

Fazit

Wenn sich Ihre Blutzuckerwerte im Frühjahr unerwartet verändern, kann Heuschnupfen eine mögliche Ursache sein. Eine erhöhte Aufmerksamkeit und gegebenenfalls eine Anpassung der Therapie helfen dabei, auch in der Pollensaison stabile Werte zu erreichen.